Streitgespräch – moderiert und veröffentlicht von der ZEIT-Hamburg

1 Reaktion

  1. Miriam Rohde sagt:

    Mit meinem heute 12-jährigen Sohn habe ich die Einführung der Inklusion in Hamburg leider hautnah miterlebt. Bei meinem Sohn war eine schwere senso-motorische Entwicklungsstörung festgestellt worden. Von der Schule wurde er als LSE-Kind registriert und bekam entsprechend sonderpädagogische Förderung. Entsprechend dem ausführlichen Bericht der Ergotherapeutin, welcher der Schule vorlag, hätte mein Sohn u.a. ein besonders ruhiges Lernumfeld benötigt. Da aber die Schule sonderpädagogische Ressourcen konzentrieren wollte (oder sollte?), wurde er in die eine Klasse mit den drei anderen Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf gesteckt. Mindestens eines dieser anderen Kinder hatte ADHS, auch die anderen beiden waren im Unterricht sehr lebhaft. Das Lernumfeld war sehr laut und der allgemeine Umgang so rubust, dass es für meinen Sohn eine besondere Anpassungsleistung erforderte, in dieser Klasse zu lernen. Von einer sonderpädagogischen Förderung hat er kaum profitiert, weil er während des Unterrichts weitgehend verhaltensunauffällig war. Insofern wäre vor allem mehr Differenzierung bei den LSE-Kindern wünschenswert. Vielleicht wäre auch das Einrichten von Sonderklassen mit besonders ruhigem Lernumfeld eine Idee? In jedem Fall ist aber meiner Meinung nach die Bündelung von Inklusionskindern einfach nur zur Bündelung von Sonderpädagogischen Stunden eine absolut falsche Entscheidung gewesen. Mehr Geld und weniger Pauschalisierung wären also sehr wünschenswert.

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